USA Reisepannen

Im vergangenen Jahr war ich nach vier Jahren USA-Abstinenz auf meinem Roadtrip in fünf Bundesstaaten unterwegs. In meinen bisherigen USA Artikeln habe ich euch auf diese Reise mitgenommen. Ich habe viel Neues gesehen, wunderbare Momente erlebt und großartige Menschen (wieder)getroffen. Das hat diesen Trip zu dem Abenteuer werden lassen, von dem ich gehofft habe es zu erleben. Ihr ahnt es schon jetzt kommt eine großer ABER. Denn es gab auch einige Pleiten, Pech und Pannen. Egal wie lange ich schon reisen oder wie oft ich schon in den USA war, passieren auch immer mal wieder Sachen die nicht rund laufen. Manchmal haben sich Dinge verändert, der technische Fortschritt, Missgeschicke oder sogar höhere Gewalt. Das alles kann passieren, aber die Reise vermiesen lassen, habe ich mir davon natürlich trotzdem nicht!

Damit ich nicht ganz allein aus meinen Fehlern klug werde, habe ich sie einfach mal aufgeschrieben:

1. ESTA Beantragung

Es ging schon in Deutschland los. Kurz vor meiner Abreise musste ich noch schnell die ESTA Unterlagen online ausfüllen die man seit ein paar Jahren bei der Einreise benötigt. Reist man wie ich als Touristin in die USA muss man es mindestens  72h vorher beantragen. Es ist zwei Jahre lang gültig und man muss sich bei allen weiteren Reisen in dieser Zeit um nichts mehr kümmern (ausser man wechselt seinen Pass).

Anders wie der grüne Zettel den man früher im Flieger ausfüllte, wird bei Antragstellung eine Gebühr erhoben. Kurz stutzte ich noch als ich was von 74 US Dollar las, irgendwie hatte ich vom letzten Mal vor gut 6 Jahren anders in Erinnerung. Etwas im Stress, dachte ich leider nicht noch einmal darüber nach und bezahlte. Erst Wochen nach meiner Rückkehr fiel es mir beim Blick auf meine Kreditkartenabrechnung wieder ein.

Ein kurze Google-Suche später bestätigte meine Befürchtung. Ich war auf eine Agentur reingefallen, die den ESTA-Service anbieten. Die Beantragung der ESTA auf der falschen Internetseite hatte mich anstelle von 14 US Dollar, stolze 74 US Dollar (65 Euro) gekostet. Ärgerlich und unnötig zumal es auch mit Agentur nicht schneller oder unkomplizierter geht. Der Beantragungsprozess ist identisch, die Dauer bis zur Bewilligung ebenso.

Was ich gelernt habe:

ESTA kostet maximal 14 Dollar. Nächstes Mal werde ich genau hinschauen und den Antrag unbedingt auf der offiziellen ESTA Webseite ausfüllen. Es gibt übrigens Anbieter deren Webseite in Farbe und Aufbau sehr dem Original ähneln.

2. Keine Flugmeilen sammeln

Meinen Hinflug und Rückflug in die USA hatte ich mit United Airlines gebucht. Auch alle weitere Inlandsflüge habe ich bis auf eine Ausnahme, auch mit dieser Airline zurückgelegt. Ich kam in dieser Zeit leider nicht einmal auf die Idee Meilen zu sammeln. Und das obwohl ich sogar ein Konto dieser Fluglinie habe und sie ebenfalls zum Star Alliance Verbund gehören.

Warum ist das wichtig? Bei jedem Flug kann man sich Meilen gut schreiben lassen. Der Meilenstand erhöht sich somit mit jedem Flug kontinuierlich. Je nach Bonussystem kann man diese gesammelten Meilen dann für Freigepäck, Lounge-Zugang, Upgrades oder sogar einen Flug eintauschen. Warum also verschenken?

Was ich gelernt habe:

Meilen sammeln! Wen das näher interessiert, dem empfehle ich Punkt 6 in diesem Artikel von Mobile Geeks zu lesen.

3. Gepäckgebühren bei Inlandsflügen

Dieser Punkt hat mich nach meiner ersten Flugbuchung ziemlich aufgeregt. Warum? Extragebühren sind schliesslich nichts Neues, gibt es bei uns in Europa auch, wirst du jetzt denken. Stimmt! Allerdings werde ich in Europa in der Regel während der Flugbuchung darauf hingewiesen. Nicht so in den USA. Erst in der Bestätigungsemail werde ich informiert, dass ich für ein aufgegebenes Gepäckstück mit mindestens 25 Dollar extra rechnen muss. Basierend auf der Anzahl der Flüge die ich nehmen werde, bedeutet es mehr als 100 Euro extra in meinem Reisebudget. Kosten mit denen ich vorab einfach nicht gerechnet habe.

Da ich meinen ersten Inlandsflug auch erst nach meiner Ankunft in den USA buchte, war es leider zu spät sich für einen Handgepäck-Koffer zu entscheiden. Die gute Nachricht? Die 25 Dollar Gepäckgebühr zahlt man ganz unkompliziert direkt beim Einchecken per Kreditkarte. Das bietet natürlich anders als bei einer Vorauszahlung, die Möglichkeit sich erst beim tatsächlichen Packen für oder gegen aufgegebenes Gepäck zu entscheiden.

Was ich gelernt habe:

Bis auf SouthWest Airlines berechnen mittlerweile alle amerikanischen Fluglinien diese Extragebühren für aufgegebenes Gepäck. Das war bei meiner letzten Reise vor 4 Jahren noch nicht so.

4. Lost in Translation – Gepäckgebühren für  „Carry On“

Einen Flug musste ich mit Spirit Airlines buchen, da es die einzige Möglichkeit eines Direktfluges bot. Dort muss das Gepäck genau wie in Europa bereits bei der Buchung bezahlt werden. Diese Fluggesellschaft setzt auf sehr billige Flugpreise und verdient ihr Geld dann jeweils mit diversen Zusatzoptionen (vergleichbar mir Ryan Air). Ich staunte nicht schlecht, als für aufgegebenes Gepäck (checked baggage) 30 US Dollar berechnet werden und für“carry on“ nochmal 35 US Dollar. Ingesamt zahle ich 65 US Dollar für Koffer und Rucksack.

Während des Fluges als ich die andere Fluggäste mit Handtaschen, Laptoptaschen und kleinen Umhängetaschen sehe, fiel es mir wie Schuppen von den Augen! „Carry on“ und „Personal Item“ wird hier noch einmal unterschieden! Irgendwie habe ich mir eingebildet, dass Handgepäck im Allgemeinen als „carry on“ bezeichnet wird. Beim Verlassen des Flugzeuges sehe ich tatsächlich auch eins dieser Geräte stehen, die einem die Abmessungen von „carry on“ und „Personal Item“ deutlich machen sollen. Mein Rucksack war definitiv NUR ein „personal item. Mist!

Was ich gelernt habe:

„Carry on“ und „Personal Item“ ist nicht dasselbe.

5. Vorkasse an Tankstellen 

Die gute Nachricht: ein voller Tank meines Mietwagens kostet mich  nur 30 US Dollar. Nervig ist allerdings, dass an alle Tankstellen an denen ich während meines Trips getankt habe, nur Vorauszahlung möglich war. Grundsätzlich erstmal kein Beinbruch, aber leider wurden deutsche Kreditkarten an den von mir genutzten Tankstellen nicht akzeptiert. Man muss nämlich zusätzlich zur Kreditkarte auch die entsprechende Postleitzahl eingeben. Funktioniert leider weder mit meiner deutschen Postleitzahl noch mit irgendeiner wahllosen Nummer (5-mal null klappt auch nicht).

Einzige Alternative drinnen zahlen. Würde ich jetzt mit Kreditkarte zahlen, wäre es jetzt auch nicht weiter schlimm und die Sache ist erledigt. Möchte man so wie ich aber lieber in Bar zahlen, geht der Spass weiter. Betrag raten, bezahlen und tanken. Kurz vor Abgabe am Flughafen von Dallas habe ich überzahlt und musste wieder rein und mir den zuviel gezahlten Betrag wieder auszahlen lassen. Ziemlich umständlich und zeitraubend.

Klar könnte ich gleich mit Kreditkarte zahlen. Allerdings sind Bar-Abhebungen mit meiner VISA weltweit kostenlos, wogegen mir bei jeder Zahlung mit Kreditkarte ausserhalb der Euro-Zone eine prozentuale Service-Gebühr berechnet wird. Allein für Flüge, Hotels, Mietwagen und ein paar andere Ausgaben, kamen da ohnehin schon einiges zusammen.

6. Extra Mautgebühren mit Mietwagen

Während ich in Illinois und Kansas immer die Möglichkeit hatte ganz altmodisch alle anfallende Highway-Gebühren an der Mautstelle in bar zu bezahlen, ist das mittlerweile nicht mehr überall möglich. Viele amerikanische Autofahrer verfügen deshalb über sogenannte „E-ZPass“. Eine kleine weiße Box, die jede Fahrt über einen gebührenpflichtigen Highway oder über eine Brücke registriert und am Ende des Monats bekommt man dann eine Rechnung. In Texas auf dem Weg von Dallas nach Austin führte mich mein Navi dummerweise und auch unnötiger Weise über ein Stück „Toll Road“, also Maudstraße. Dort gab am Ende anders als in den Bundesstaaten zuvor keine Möglichkeit die $1,40 in bar zu bezahlen. Über dem Highway prangte lediglich ein Schild „E-ZPass“ oder „Mail“.

Meine Sorge an wenn diese Mail in meinem Falle gehen würde, stellte sich später auf meiner Kreditkartenabrechnung als berechtigt heraus. Die Mietwagenfirma stellte mir später mehrere Teilbeträge in Rechnung, die sich auf fast 20 Euro summierten.

Was ich gelernt habe:

Für meinen kommenden Roadtrip durch Florida werde ich mir definitiv die Anschaffung eines „E-Z Pass“ wie dem des SunPass in Erwägung ziehen. Update: In Florida habe ich gelernt, unbedingt einen Mietwagen mit eingebauten Transponder achten, der alle Maudsysteme des gepalnnten Roadtrips abdeckt.

7. iPhone verloren und Display geschrottet

Gleich am zweiten Tag habe ich im Botanischen Garten von Rockford glatt mein iPhone verloren. Zum Glück hatte ich mir die Telefonnummer meiner neuen amerikanischen Prepaid-SIM im T-Mobile Geschäft separat notiert und so konnte ich den Park Ranger bitten, mein iPhone anzurufen. Zum Glück wurde mein iPhone von einer Dame gefunden und sich mit mir traf, um mir mein Telefon zu überreichen.

Zusätzlich hatte mir ein freundlicher Herr angeboten mithilfe seines Telefons mich in meine iCloud einzuloggen, um dort unter dem Menüpunkt „Find My iPhone“ den Standort meines Telefons zu bestimmen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass jemand mein Telefon gefunden hatte und es bestand die Möglichkeit, dass ich es irgendwo im Gras des Parks verloren hatte.

Noch einmal Glück gehabt! Drei Wochen später rutschte mir dann das Gute Stück beim Aussteigen aus der Hosentasche und mein Display war dahin.

Was ich gelernt habe:

Neue lokale Telefonnummer notieren. Lokalisieren von iPhone über iCloud. iPhone Displays lassen sich für ca. 60 bis 80 Euro (je nach Model) in Deutschland reparieren.

8. Keine Mietwagen wegen Hochwasser

Kurz vor meiner Ankunft in Dallas kam es dort und in der Umgebung zu starken Überschwemmungen aufgrund von Dauerregen. Angekommen in Dallas stand ich dann am Mietwagenschalter und mein reserviertes Auto war nicht da. Es gab überhaupt keine Mietwagen. Zudem gab mir der Mitarbeiter der Mietwagenfirma eine sehr vage Auskunft (mid. 4-6 Stunden) darüber, wann wohl die nächsten Mietwagen eintreffen würden. An diesem Punkt war ich zugegeben ziemlich gestresst, weil ich nicht viel Zeit in Texas eingeplant hatte. Ich entschied mich dafür bei Avis, eins der wenigen noch vorhandenen Mietautos zu nehmen. Das allerdings mit über 400$ mehr als doppelt so teuer wie der ursprünglich reservierte Mietwagen war. Zack wieder ein paar hundert Dollar weniger im Reisebudget.

9. Anschlussflug verpasst

Während ich meinen Anschluss in Newark mit ganz viel Glück und Schuhen in der Hand zum Abfluggate rennend geschafft habe, hatte ich kürzlich am selben Flughafen nicht soviel Glück. Bereits bei der Buchung schaue ich mittlerweile ganz genau hin. Gibt es einen „Stopover“ innerhalb in der USA? Wie viel Zeit beinhaltet dieser? Neben der offiziellen Passkontrolle (Immigration), die locker zwischen 30 bis 45 Minuten dauern kann, muss man seinen Koffer neu einchecken und sich erneut in die Warteschlange der Sicherheitskontrolle einreihen. Diesen Februar hatte ich eigentlichen laut Flugplan einen fast dreistündigen Zwischenstop in Newark. Aufgrund von Flugverspätung und über einstündiger Wartezeit in der erneuten Sicherheitskontrolle verpasste ich meinen Anschluss am Ende. Ich wurde zwar ohne Probleme auf den nächsten gebucht, aber meine Reisezeit erhöhte sich damit um ca. vier Stunden auf fast 24 Stunden.

Was ich gelernt habe:

Bei der Flugbuchung sollte man unbedingt auf diese Umsteigezeit innerhalb der USA achten, falls man keinen Direktflug nutzen kann. Eine weitere Möglichkeit einen Flug nur mit Stopover innerhalb von Europas zu wählen. Dafür habe ich mich kürzlich zum Beispiel bei einer Flugbuchung nach Orlando für meine Mutter entschieden, da sie sich nicht ganz so sicher mit ihrem Englisch fühlt. In diesem Fall wurden mir Flüge mit nur 50 -120 Minuten Umsteigezeit angezeigt. Aus meiner Sicht viel zu kurz.

New Mexiko

Auch wenn viele dieser USA Reisepannen durchaus auch Stress und Herzklopfen bei mir auslösten, ist es rückblickend alles nur halb so wild. Anders als bei meinen vorherigen USA Reisen, ergaben sich ein paar unvorhergesehene Extraausgaben. Das Reisebudget für die USA sollte definitiv sehr viel mehr Spielraum nach oben zulassen, als andere Fernreisen.

Welche Reisepannen gab es auf deinem USA Trip, die sich auch hätten vermeiden lassen?

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Ob auf Reisen um die Welt oder in meiner Heimat Berlin - UNTERWEGS bin ich immer mit meiner Kamera.

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