Heißluftballon über Bagan

Kennt ihr das? Ihr wünscht euch etwas wirklich sehr, aber irgendwie hat man das Gefühl auf der Stelle zu laufen und nicht voran zu kommen. So ähnlich sollte es mir mit dem Sonnenaufgang in Bagan ergehen. 

Bagan, das war für mich lange das Bild von Myanmar. Als ich das erste Mal ein Foto aus Myanmar sah, hieß Myanmar noch Burma und Bagan war Pagan. Das Foto war ein Sonnenaufgang in Bagan: Die Sonne geht auf und vor ihr erheben sich aus dem Nebel unzählige Spitzen der Tempel und Pagoden. Mir war damals klar, dort will ich einmal hin. Dieses Bild mit eigenen Augen sehen! Irgendwie mystisch fast unreal.

Als klar war, dass ich nach Myanmar reisen würde, war Bagan die erste Station die fest eingeplant war. Mittlerweile hatte ich viele ähnliche Bagan Fotos gesehen und der Zauber hielt, meine Vorfreude war groß. Es sollte großartig werden, der Höhepunkt meiner Reise. Das bestätigten mir auch alle Reisenden denen ich auf den Weg dorthin begegnete. Aber alles der Reihe nach.

Am Wochenende war ich mit einem in Bago angeheuerten Guide und meiner neuen Reisebekanntschaft Ana zu einem Trek von Kalaw nach Inle Lake aufgebrochen. Gegessen wurde  unterwegs in einfachen Hütten bei Einheimischen. Unsere Wanderung führte uns vorbei an atemberaubenden roten Feldern und Bergen, wo Burmesen noch in reiner Handarbeit die Felder bestellten. Der Höhepunkt unseres Treks war im wahrsten Sinne, die Übernachtung in einem Mönchskloster auf der Spitze eine Berges.

Mönch beim Zeitung lesen

Einblicke ins Alltagsleben eines Mönchsklosters

Am Abend Fussball schauen, am Morgen Zeitung lesen. Nach dem Frühstück ging es für uns am frühem Morgen an den Abstieg zum Inle See, den wir gegen Mittag erreichten. Ziemlich erschöpft von der Hitze und dem permanenten bergab, freuten wir uns auf die Bootsfahrt über den Inle See nach Nyaung Shwe. Dort wartete unser restliches Gepäck schon auf uns. Nyaung Shwe ist der touristische Ausgangspunkt für Ausflüge über den Inle See und die Umgebung.

Fischer am Inle Lake

Bootstour über den Inle See, der für seine „einbeinigen Fischer“ bekannt ist.

Es wird mit dieser „Ein-Bein-Technik“ gerudert und auch das Netz ausgeworfen. Unsere Bootstour zu den schwimmenden Märkten, schwimmenden Gärten, Silberschmieden und Seidenwebereien war ein touristischer Tag, aber trotzdem sehr schön.

Wir hatten unser Boot direkt in unserem Hotel bestellt und mit zwei weiteren Reisenden geteilt. Im Vorfeld hatte ich von Fällen gelesen, wo man in überteuerte Restaurants gefahren wird oder seltsame Programmpunkte eingebaut wurden (Besuch der „Long-Neck-Frauen“). Diese Erfahrung haben wir mit unserem Bootsführer nicht gemacht, wir konnten frei wählen was wir sehen wollten und worauf wir am Ende keine Lust mehr hatten. Unsere halbtägige Tour auf dem See bot viele spannende Einblicke in das Leben der Seebewohner. Die mehrheitlich in auf Stelzen stehenden Holzhäusern wohnen und sich ausschließlich per Boot von A nach B bewegen.

Temple in Bagan

Den ersten Sonnenaufgang in Bagan verpassten wir wegen einer siebenstündigen Reifenpanne mit dem Bus von Inle See nach Bagan. Für den Sonnenuntergang zog es uns zur „berühmten“ Sonnenuntergangspagode Shwesandaw. Unser Hotel lag inmitten der Tempel. Den 2 km langen Fußweg zur besagten Pagode hatten wir dann doch leicht unterschätzt. Letztendlich kamen wir leicht außer Atem, doch noch rechtzeitig dort an. Der Ausblick war schön, aber ich bin sicher es gibt unter den 4000 Tempeln in Bagan bessere Möglichkeiten den Sonnenuntergang an einem etwas weniger gut besuchten Ort zu bestaunen. Klar im Vergleich zu Angkor Wat in Kambodscha, waren die Anzahl der anderen Touristen auf den Stufen der Shwesandaw Pagode mehr als überschaubar.

Sonnenaufgang über Bagan

Ich teilte mir ein Hotelzimmer mit meinen neuen Reisefreundinnen Ana und Tess. Als ich morgens langsam wach wurde und mir langsam dämmerte, dass es draussen schon hell wird, sah ich auf meine Uhr und fluchte laut: es war bereits 6.10 Uhr. Mein Handy war auf 5.30 Uhr gestellt und es hatte nicht geklingelt. Akku leer, so ein Mist! Tess hatte nur wegen des Sonnenaufgangs, um eine Nacht verlängert und ich war sauer auf mich selbst ihr das vermasselt zu haben. Die Mädels noch im Halbschlaf meinten alles nicht so schlimm. Ich sprang auf und schaute aus der Zimmertür unseres Bungalows und sah Pinke Streifen am Himmel. In etwas wirrem Spanisch rief ich: „Okay, Mädels sofort aufstehen, es ist noch nicht zu spät!“

Innerhalb einer Minute hatte wir unsere Klamotten an und unsere Kamera in der Hand und schon waren wir auf dem Weg. Die Sonne war tatsächlich noch nicht aufgegangen, obwohl es schon hell war. Ein paar Meter hinter unserem Hotel führte ein Pfad zu einem größeren Tempel. Wir stürmten zu Fuss so schnell es ging in diese Richtung.

Am Tempel angekommen schlug mein Herz höher, als ich sah, dass das eiserne Vorhängeschloss nur eingehängt und nicht verschlossen war. Einen kurzen Moment später musste ich aber feststellen, dass es sich nicht richtig öffnen lies. Die Mädels kletterten auf die nächste Mauer. Ich blieb hartnäckig und fummelte solange am Schloss herum bis ich es öffnen konnte. Es war ein kleiner Tempel, aber ich musste trotzdem einen Moment nach dem Aufgang nach oben suchen. Ich schaute in ein schwarzes Loch…es gruselte mich! Soll ich da wirklich hoch? Was wenn es irgendwelche eckligen Tiere gibt oder Schlimmeres? Egal, denk an den Sonnenaufgang. Der Gang war schmal, aber ich hatte Glück der Weg führte tatsächlich auf die obere Terrasse des Tempels. Von oben rief ich den Mädels zu und sie folgten mir. Geschafft…und weder die Sonne war aufgegangen, noch die Heißluftballons, die nicht weit entfernt vor uns auf den Start warteten.

Als wir so da oben standen, entdeckten wir in einer Entfernung von 200 bis 300 Meter Luftlinie einen Tempel auf dem eine Handvoll Leute standen und der ein schöneres Panorama versprach. Ein kurzer Blick Richtung Osten und wir kletterten den Tempel herunter und eilten so schnell es ging zum anderen Tempel. Die Entscheidung war goldrichtig, das Panorama war schöner und der Tempel auch noch höher. Nach ein paar Fotos, saßen wir zu dritt da und schauten einfach nur glücklich und zufrieden über Bagans wunderschöne Tempellandschaft im Morgenlicht. Wir hatten es geschafft!

Am nächsten Morgen wurde ich wieder zeitig wach und wir düsten auf unseren im Hotel ausgeliehen E-Bikes zum Bulati Tempel, von dem ich weitere wunderschöne Fotos machen konnte.

Wie ich Bekanntschaft mit einer Schlange machte, mein schmerzhafter Sturz mit dem E-Bike und was die Polizei damit zu tun hat, ist Stoff für einen separaten Bagan Post! Genügend Bildmaterial habe ich auf jeden Fall!

(Sonnenaufgang über Bagan im Heißluftballoon ab 320$ pro Person)

DCIM101MEDIA

Beste Entscheidung überhaupt: Ein Hotel mit Pool in Bagan! Tagsüber wird es HEISS. Entspannung und Abkühlung am Pool mit tollen neuen Reisebekanntschaften Tess und Ana. Das Foto hat Ana mit ihrer I-SAW Cam gemacht. Das kleine Wunderding ist genial und so eine will ich jetzt auch! Ana ist studierte Fotografin und bloggt ebenfalls, leider auf Portugiesisch. Ihre wunderbaren Myanmar Eindrücke lohnen einen Besuch ihres Blogs Downtown Diaries allemal!

traditionelle Holzpuppen

Mandalay ist für sein Kunsthandwerk bekannt. Es werden zum Beispiel Holzpuppen für das traditionellen Marionetten Theater hergestellt. Ein Handwerk das jedoch langsam immer seltener wird. Die Einheimischen gehen lieber ins Kino.

U Bein Brücke Amarapura

Sonnenuntergang an der längsten Holzbrücke der Welt: U Bein Brücke in Amarapura bei Mandalay. Mein ganz persönliches Mandalay Highlight!

Am nächsten Morgen musste ich mich schweren Herzens von Ana und Myanmar verabschieden! Mit dem kostenlosen AirAsia Bus ging es 9 Uhr morgens Richtung Flughafen Mandalay und von dort zurück nach Bangkok.

Kyei zu tin ba de und bis bald Myanmar.

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Synke

Ob auf Reisen um die Welt oder in meiner Heimat Berlin - UNTERWEGS bin ich immer mit meiner Kamera.

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