Holzboot - Otres Beach

Heute ist schon Dienstag. Dem aufmerksamen Leser ist sicher schon aufgefallen, dass ich ganze zwei Tage mit meinem fotografischen Wochenrückblick hinterher bin. Wir sind mittlerweile in Siem Reap, im nördlichen Kambodscha, angelangt und haben uns in den letzten drei Tagen unzählige große und kleine Tempel angesehen. Am Ende des Tages schlief ich bereits beim Runterladen der Fotos vor meinem Laptop ein. Das Aufstehen vor 5 Uhr morgens klappt dafür nach vier Tagen bereits ausgezeichnet.

Die Dritte Woche Südostasien haben meine Mom und ich zum größten Teil am Strand und im Meer verbracht. Wir haben gelernt die Füsse mal still zu halten und dabei viel Energie und Sonne getankt. Eine prima Vorbereitung für unser Tempelbesichtigungsprogramm in Siem Reap der letzten drei Tage.

Mein vierter Wochenrückblick in Fotos

Sonnenuntergang Sihanoukville

Der zweite Strandtag und meine Mom fing an, unruhig mit den Füssen zu scharren: „Wann wollen wir denn mal eine Bootstour machen?“ Ich so: „Morgen, heute entspannen wir, okay?“ Meine Mom: „Schon wieder?“ Vor lauter Bequemlichkeit habe ich dann eine Schnorcheltour für den nächsten Tag bei einem total unsympathischen Typen gebucht, der zufällig der am Strand vorbeikam. Ärgerlich vor allem, weil der Kokusnussverkäufer unseres Vertrauens schräg hinter uns auch Bootstouren anbot. Genau wie das „Reisebüro“ neben unserer Bungalow-Anlage. Egal, schlechtes Bauchgefühl ignoriert.

Meine Mom versuchte sich am Abend, als ich aus dem Meer komme, mal mit meiner Kamera. Dabei entstand dieses Bild. Sie ist ganz stolz darauf! Später beim Essen haben wir ein sehr nettes Pärchen aus dem Rheinland kennengelernt und einen vergnügten Abend bei leckerem Khmer Essen verbracht.

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Am nächsten Morgen werden wir früh von einem TukTuk abgeholt. Es geht zum anderen Strand, wo unser Schnorchel Boot abfährt. Anfangs sieht es so aus, als ob wir nur sehr wenige Leute sind. Der Verkäufer sammelt das Geld ein, mein Gefühl bessert sich nicht. Einige Boote liegen am Strand. Wir gewinnen den Jackpot, unser Boot ist das Heruntergekommenste. Meine Stimmung sinkt aber erst, als immer mehr Leute einsteigen und wir alle dicht gedrängt wie die Hühner auf schmalen Holzbrettern sitzen. Am Ende sind es 24 Urlauber anstelle der versprochenen maximalen 15. Einige Leute haben natürlich auch noch Gepäck dabei und werden auf der Insel, zu der wir fahren bleiben.

Wie die Ölsardinen in der Dose hocken wir auf dem Bötchen und nix passiert. Der Motor will nicht anspringen. Per Jetski wird vom Strand die erste „neue“ Batterie herbeigefahren, dann die zweite und die dritte. Alles hilft nix, der Jetski fährt zum nächsten Boot. Dort wird ein riesiges Teil von Batterie ausgebaut und geht bei der Übergabe auf unser Boot fast baden. Aber nur fast, dann springt das Boot an und wir düsen los. Eine halbe Stunde später kommen wir am Korallenriff an. Die Ausrüstung ist mies und Hilfestellung gibt es keine. Fische so gut wie auch nicht. Irgendwie auch logisch, nebenan schaukelt ein großes Boot mit fischenden chinesischen Touristen. Ich bin sehr enttäuscht, war doch unser erster Schnorcheltrip in Thailand, im Jahr zuvor, das komplette Gegenteil gewesen.

Ein paar Boote weiter entdecke ich unseren sympathischen „Kokusnussverkäufer“ auf einem geräumigen Boot mit nur 5 Leuten und er ist total engagiert! Egal, weiter geht es nach Bamboo Island. Der lange Sandstrand mit dem wundervollen blauen Wasser entschädigt uns und stimmt mich milder. Meine Mom war sowieso entspannt. Kein Wunder nach zwei Strandtagen. Wir genießen unsere drei Stunden dort sehr. Ich nehme mir ganz fest vor mehr auf meinen Bauch zu hören. Natürlich stellte sich am Ende heraus, die Bootstouren bei unserem Kokussnussverkäufer und im Reisebüro sind nicht nur besser, sonder auch viel günstiger (12$ vs 15$).

Am Abend im Restaurant treffen wir den Engländer Ed. Er saß auf dem Boot neben mir. Wir essen zusammen und tauschen uns über den Tag aus. Ihm ging es genauso, irgendwie beruhigend!

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Mittwoch morgens sind wir zeitig wach. Meine Mom zieht es an den noch einsamen Strand für ihre morgendlichen Yogaübungen. Ich ziehe mit meiner Kamera los, für ein paar Fotos der Umgebung im weichen Morgenlicht.  Auf dem Rückweg treffe ich auf das Pärchen vom Montagabend. Sie sind auf dem Weg zum nahe gelegenen Ream Nationalpark. Zurück am Bungalow treffe ich meine Mom und wir schauen spontan beim Reisebüro nebenan vorbei. Dort heisst es wir könnten heute auch noch in den Nationalpark, falls wir in 10 Minuten abfahrbereit sind.

Ich frage meine Mom, ob ich wohl meinen Bikini bräuchte. Sie verneint es und merkt an, sie hätte ihren ja sowieso an. Okay, dann schmeiße ich meinen Bikini doch schnell in die Tasche und los gehts nach Sihanoukville. Nach einer wilden TukTuk Fahrt werden wir in einem Restaurant abgesetzt. Das Pärchen aus dem Rheinland sitz auch noch dort. Meine anfängliche Befürchtung sie könnten uns für Stalker halten bestätigt sich nicht, sie freuen sich uns zu sehen. Mit einer kleinen Gruppe von Mitreisenden geht es mit dem Minibus in 30 Minuten zum Nationalpark.

Wir werden dort von Ranger Sokhan und seinem Steuermann auf einem Boot empfangen. Schnell sind wir allein auf dem breiten Fluss. An den Seiten fliegen Mangrovenwälder an uns vorbei, während uns der Ranger allerlei Interessantes über den Nationalpark erzählt. Wir sehen Seeadler über dem Wasser kreisen, Ibise nach Fischen suchen und immer wieder begegnen wir einzelnen Fischerbooten. Hier wird noch in Handarbeit gefischt und nach Austern getaucht. Vereinzelt gibt es einfache Fischerhäuser zu sehen.

Die Familien, die hier leben, haben seit der Ernennung des Gebietes zum Nationalpark Wohnrecht. Zuzug ist nicht erlaubt. Plötzlich platscht es vor uns ein paar Mal und wir sehen drei der seltenen Irawadi-Delfine vor uns auftauchen. Die Freude ist groß. Sie sind vom Aussterben bedroht. In ganz Südostasien soll es weniger als 100 von Ihnen geben. Wir haben großes Glück. Den Weg nach Kratie, wo es noch ein paar mehr von Ihnen gibt, brauchen wir so nicht antreten. Lag auch nicht direkt auf unserer Route, aber wir hatten darüber nachgedacht.

Ich hoffe darauf, dass die Delfine auch mal einen kleinen Luftsprung machen, fürs Foto. Tun sie aber nicht. Später lese ich, dass sie das überhaupt nicht tun und auch keinen Schnabel wie Flipper haben, sondern einen runden Kopf und eine kurze Rückenflosse. Ich und meine blöden Klischees. Bald stoppen wir in einem kleinen Dorf von wo es zu Fuss weiter durch den Dschungel geht. Im Dorf laufen Hühner mit ihren Kücken herum, halb-nackte Kleinkinder und Hundebabies.

Auf dem kleinen Pfad Richtung Urwald liegt ein kleines Kälbchen und schaut uns neugierig an. Extra aufstehen wird es natürlich für uns jetzt nicht. Weiter geht es an einer einfachen Schule mit offenen Türen aus der kleine Kinderstimmen Vokabeln wiedergeben. Wenn nicht überall jede Art von Plastikmüll verstreut rumliegen würde, ein Dorf wie aus dem Bilderbuch. Mülltechnisch ist wirklich alles dabei. Ein einzelner FlipFlop, Plastiktüten, ein rosa Schlüpfer, eine Herz Sieben und noch ein paar weitere Karten eines Skatspiels.

Plötzlich gibt es Unruhe aus einer der Hüten hinter uns. Ein Seeadler steigt auf. Ich kann nicht erkennen, ob oder ob er nicht ein Kücken erbeutet hat. Die Bewohner beruhigen sich aber auch genauso schnell wieder. Eine 40-minütige Wanderung durch den Dschungel vorbei an unzähligen Termitenhügeln und einem chinesischen Hotel kurz vor der Fertigstellung, stehen wir am Strand und ich bin froh über den Bikini. Wir stürzen uns in die Wellen und kühlen uns ab. Die Wellen sind wesentlich größer als an unserem Strand. Wir freuen uns über die Abwechslung.

Auf dem Rückweg bekommen wir ein sehr leckeres Mittagessen inklusive verschiedener Früchte zum Dessert. Alles zubereitet von unserem einarmigen Bootsmann. Die Rückfahrt ist entspannt wir unterhalten uns mit den anderen Teilnehmern oder hängen unseren Gedanken nach. Unterbrochen wird das Ganze nur von kleinen „fliegenden“ Fischen und der Ersteigung eines gefühlt ziemlich hohen Holzturms, mit Blick über die Mangrovenwälder und den Fluss. Ich diagnostiziere eine leichte Höhenangst.

Der Ranger erklärt uns noch, dass der Nationalpark von den Touristen lebt. Der Preis von 12$ für den kompletten Tag inklusive aller Transfers, Frühstück, Mittag und reichlich Wasser sowie Cola empfanden wir als ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Das beste all unserer Touren bis heute. Der Ranger war sehr gut ausgebildet und wusste auf wirklich jede Frage eine Antwort. Im Reisebüro wurde uns gesagt, dass aufgrund fehlender Nachfrage die Tour nicht täglich statt findet. Perfekt für jeden, der sich rund um Sihanoukville  etwas fernab der aufgetretenen Pfade bewegen möchte.

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Einen Tag vor dem 31.Januar, dem diesjährigen Chinesischen Neujahr, beginnen bei unserer Gastgeberfamilie  am Meer die Feierlichkeiten mit diesem Festessen. Ja, das in der Mitte des Bildes ist ein Schwein. Der Mann des Hauses verbrennt  munter 100$ Scheine vor dem Restaurant und singt dabei Gebete. Ich frage entsetzt, ob es wohl echtes Geld ist. Ist es zum Glück nicht. Die Frau verteilt Opfergaben in Form von Essen, Obst, Getränken und Zigaretten an verschieden Stellen des Grundstücks. Ich vermute für die Götter. Die Kinder bekommen von den Eltern kleine rote Tütchen mit Geld darin.

Vergleichbar ist Bedeutung des chinesischen Neujahr wohl mit unserem Weihnachtsfest erklärt mir die Frau des Hauses. Laut ihrer Aussagen haben ca. 80 Prozent aller Kambodschaner auch chinesische Vorfahren, deshalb ist es ein wichtiger Feiertag. Anlässlich des Feiertage verbringen wir den Tag am Strand.

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Der letzte Tag im Paradis und wir legen einen letzten Strandtag ein. Zu meiner Überraschung verkündet meine Mom: „Ich könnte nochmal eine Woche Strand vertragen!“ Ich muss lachen, wusste ich am Montag schon irgendwie. Wir gehen spazieren, schwimmen, genießen noch einmal Massagen am Strand und trinken Kokosnüsse und Fruchtshakes. Ich weiß jetzt schon, den Ruf der Frauen: „Massage Madam“ werde ich sehr vermissen.

Am Nachmittag habe ich diese Erscheinung auf einem Pferd, die an meiner Strandliege vorbeireitet. Heute beginnt mit dem chinesischen Neujahr, das Jahr des Pferdes. Mein Jahr, ich bin gespannt!

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Der Tag beginnt schon sehr früh. Es geht per Bus über Phnom Penh nach Siem Reap zu den berühmten Tempelanlagen von Angkor. Früh um 6.20 Uhr stehen wir vor unserem Bungalow. Niemand ist wach und wir haben doch Frühstück zum mitnehmen bestellt. Das Mädchen kommt und verschwindet in der Küche. Meine Mom ist etwas aufgeregt. Das Frühstück kommt, nur unser bestellter TukTuk Fahrer ist nicht zu sehen. Der Bus soll pünktlich um 7 Uhr von Sihanoukville abfahren. Bis dahin sind es mindestens 15 Minuten Fahrt. Ich bewahre Ruhe und begebe mich auf die Suche nach dem TukTuk Fahrer.

Unser Gastgeber ist mittlerweile auch wach und bietet seine Hilfe an. Für meine Mom eine gefühlte halbe Stunde später, tatsächlich aber nur 10 Minuten später sitzen wir mit unseren Taschen auf dem Weg zum Busbahnhof. Die drei wachen Mitarbeiter unserer Bungalow-Anlage winken uns herzlich zum Abschied. Auf der Hälfte des Weges erscheint plötzlich unser Gastgeber auf dem Moped hinter uns. In der Hand die Umhängetasche meiner Mom mit unseren Pässen und der Hälfte unseres Geldes. Huch, die hatten wir noch nicht einmal vermisst. Meine Mom ist plötzlich etwas blass aber sehr, sehr froh und dankbar.

Die Busfahrt von Sihanoukville nach Phnom Penh ist super langweilig. Die Monotonie wird alle 20 Minuten von einem lauten huch oder ahaaa der anderen Fahrgäste wegen der knappen Überholmanöver des Busfahrers aufgelockert. Kambodschas Strassen sind schlecht. Ich bin froh, das wir uns gegen eine Nachtfahrt entschieden haben. In Phnom Penh müssen alle raus und uns wird gesagt, dass der nächste Bus nach Siem Reap in 2h weiterfährt. Versprochen war eine Fahrt ohne Umsteigen, aber ich hatte es mir fast gedacht.

Es geht dann tatsächlich überpünktlich schon vor 14 Uhr los, nur um dann hinter Phnom Penh noch über 45 Minuten an einer Tankstelle rumzustehen. Der zweite Teil der Fahrt ist landschaftlich sehr schön. Die Strasse ist abwechselnd gesäumt von leuchtend grünen Reisfeldern und Holzhäuser auf Stelzen. Die Häuser sind teilweise sehr schön verziert und bemalt, wenn auch sehr einfach. Die Strasse wird irgendwann zur festgefahrenen roten Sandstrasse. Die vorbeifahrenden Busse stauben alles voll. Mal ist es weniger staubig mal mehr. Die Menschen leben einfach, Haustiere laufen frei herum und die Menschen wirken fröhlich und gelassen. 14 Stunden nach Beginn unserer Reise erreichen wir Siem Reap, müde aber glücklich endlich da zu sein. Zu unserer Überraschung ist unser Hotel keine zwanzig Meter vom Bustop entfernt! Wir sind froh über unser komfortables Zimmer mit weichen Betten und schönem Bad.

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Kleine Abkühlung bei einer Affenhitze am Mittag während der Besichtigung von Angkor Wat, dem wohl bekanntesten, aber auch dem überlaufensten aller Angkor Tempel. Am besten beginnt man die Tour der Tempel früh am Morgen. Nach unserem langen Reisetag wollten wir aber erstmal in Ruhe frühstücken und begaben uns erst nach 9 Uhr auf den Weg zu den Tempelanlagen.

Wir hatten einen Tagespreis fürs TukTuk mit Fahrer von 19$ für die kleine Tempelrunden verhandelt. Ich weiß das geht auch für 10-15$ wenn man gut ist, aber anscheinend wollte der Herr von unserer Hotelrezeption mitverdienen. Die größten und sehenswertesten Tempel liegen bereits innerhalb der kleinen Runde und am Ende des Tages waren wir ordentlich verschwitzt, geschafft, reizüberflutet, aber auch total GLÜCKLICH. Optimaler ist es wirklich früh morgens zu beginnen, um die Menschenmassen und die Mittagshitze zu umgehen.

Zum Fotografieren eignet sich der Vormittag und späte Nachmittag viel besser. Wir entschieden uns für einen 3 Tage Tempelpass der 7 Tage lang Gültigkeit hat und 40$ kostet. Unseren Abend ließen wir bei einem Essen in der Pub Street in Siem Reap ausklingen. Wie wir die restlichen Tage verbracht haben und welche Tempel uns am besten gefallen haben, gibt es nächsten Montag. Versprochen! Tägliche Fotoeindrücke gibt es wie immer auf Instagram. Hashtag: #SynkeAsia

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Synke

Ob auf Reisen um die Welt oder in meiner Heimat Berlin - UNTERWEGS bin ich immer mit meiner Kamera.

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