Fotografieren Neusseland

***Dies ist ein Gastartikel von Corinna von „Aussteigen Bitte!“***

Ich bin von Haus aus kein begnadeter Fotograf. Ich liebe tolle Fotos, aber wenn ich versuche selber so einen Schuss zu treffen, dann kommen komische Dinge dabei raus. Meine Kamera sieht die Dinge irgendwie nicht so wie ich.

Ich habe das Ganze nie als Problem gesehen – bis ich mit dem Bloggen angefangen habe. Ich liebe es zu schreiben und ich liebe es mit den Lesern zu interagieren, aber wenn ich an einem Artikel sitze und eine Bilderauswahl treffen will, dann sitze ich oft sehr lange vor meinen vielen Fotos und weiß nicht, welches ich nehmen soll. Keines erscheint mir gut genug.

Bin ich zu selbstkritisch? Vielleicht. Doch lass mich Dir von meiner Neuseelandreise erzählen, dann wirst Du mein Debakel vielleicht ein wenig besser verstehen.

Fotografieren in Neuseeland

Gegenlichtaufnahmen sorgen für effektvolle Silhouetten

Bevor ich nach Neuseeland aufgebrochen bin, habe ich mir eine neue Kamera zugelegt – eine Casio Exilim. Für mich kein preiswerter Spaß, aber sie schien simpel und trotzdem gut zu sein. Tatsächlich hatte sie ganz schön viele Einstellungen. Um mich selber nicht zu verwirren, blieb es meist beim Automatikmodus. (Ja, ich weiß! Ich kann Deinen Aufschrei bis hierher hören.)

Die Wahrheit ist: Ich bin ein Knipser. Orte, die ich besuche, sehe ich meist durch meine Kamera. Ich schieße unglaublich viele Bilder. Neuseeland hat da keine Ausnahme gemacht. Ich bin nie ohne meine Knipsmaschine aus dem Haus gegangen. Oft nicht mal dann, wenn ich zur Arbeit unterwegs war. Mir könnte ja etwas Cooles über den Weg laufen, dass ich für die Nachwelt (oder für mich) festhalten muss.

Wie ich bereits erwähnt habe. Die Kamera sieht die Dinge anscheinend nicht so wie ich. Obwohl es wohl ehrlicher wäre zu sagen: „Ich habe einfach keinen Fotografenblick!“ Den richtigen Bildausschnitt zu finden, ist für mich fast das Schwierigste an der ganzen Fotografie. Wenn ich vor diesem wunderschönen See stehe und den Blick festhalten will, dann sieht es am Ende nur selten so aus, wie ich es auch tatsächlich vor Augen hatte.

Aus diesem Grund bin ich dazu übergegangen, Szenerien aus jedem erdenklichen Blickwinkel zu fotografieren. Von normaler Höhe, von unten, von rechts und von links, vielleicht auch noch mal zwischen den Bäumen und Büschen hindurch? War das jetzt gegen die Sonne? Da wurde mir immer gesagt, dass man das nicht machen soll… also doch lieber noch mal von ein paar Meter weiter und mit der Sonne fotografieren. Dann wird es bestimmt was.

Neuseeland

Führende Linien (glitzerndes Wasser) und Bildrahmen (Baum) lenken den Blick hinaus aufs Wasser

So oder so ähnlich sahen meine Erlebnisse mit meiner Kamera aus. Der wichtigste Punkt: Ich hatte Spaß dabei! Das ist ja irgendwie die Hauptsache. Der Akku meiner Kamera und vor allem meine SD-Karten hatten allerdings weniger viel Spaß. Die mussten schließlich auf Hochtouren arbeiten.

Das Ende vom Lied? Nach 10 Monaten Neuseeland hatte ich gut 20000 Bilder. Manche davon auch in gefühlter 30-facher Ausführung. Ich gebe zu: Immer noch nicht sortiert. Ich bringe es einfach nicht über mich, sie zu löschen.

Doch noch mal wollte ich so etwas echt nicht haben. Ich bin mittlerweile relativ häufig unterwegs. Mal kürzer, mal länger. Ich möchte aber nicht jedes Mal mit so vielen Bildern nach Hause kommen. Seien wir mal ehrlich: 20.000 Bilder sortiert doch kein Mensch. Ich jedenfalls nicht.

Schön während meiner Tour habe ich allerdings ein paar Kleinigkeiten gelernt.

  • Man kann durchaus mal gegen die Sonne fotografieren. Das kann echt schöne Effekte zaubern.
  • Wenn man so viele Bilder gemacht hat, dann ist das mit dem Ausschnitt finden zwar immer noch schwer, aber nicht mehr ganz so schlimm, wie zu beginn.
  • Ich halte nicht mehr ganz wahllos auf alles drauf. Ich versuche schon vorher, ein wenig zu schauen.
Fotografieren in Neuseeland

Die Zeit um den Sonnenauf- und -untergang wird auch goldene Stunde genannt. Nicht nur schön, sondern auch ideal zum Fotografieren.

Robert von Trails, Trips, Relax hatte letztens eine gute Idee. Die 36er Challenge. Früher konnte man auch nur 36 Bilder machen, dann war der Film leer. Wieso also nicht den Versuch starten nur 36 Bilder am Tag zu schießen?! Ich glaube, das wäre härter, als die Comfort Zone Challenge für mich. Da musste man sich einmal, auf einer belebten Straße, einfach so hinlegen. Ich habe gekniffen. Gerade hört sich das ziemlich easy an. Nur 36 Bilder? Ja genau… Von einem Motiv, aber an einem Tag? Na mal sehen.

Ich habe die einfachere Methode gewählt. Ich mache jetzt einen Fotokurs. Da werde ich dann so viel lernen, dass jeder Schuss ein Treffer ist! Das ist weniger stressig und auf meinem Blog „Aussteigen Bitte!“, schreibe ich schließlich über Auszeiten und damit stehe ich für alles, was wenig Stress bedeutet.

Wie ist das bei Dir? Kennst Du das, mit gefühlten 20.000 Bildern nach Hause zu kommen, oder bist Du mit dem Fotografenblick geboren?


NeusseelandÜber die Autorin

Corinna schreibt auf Ihrem Blog Aussteigen Bitte! über Auszeiten beim Reisen und im Alltag. Gerade in der heutigen, super stressigen Zeit, ist es wichtig, sich auch mal Zeit für sich selbst zu nehmen. Aus diesem Grund ist das Motto auch: „Nimm Dir ’ne Auszeit – nicht das Leben!“

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Synke

Ob auf Reisen um die Welt oder in meiner Heimat Berlin - UNTERWEGS bin ich immer mit meiner Kamera.

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